Konzeption

Die Christliche Gemeindereitschule – Starkmacher fürs Leben

„Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben wird, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“
(Dietrich Bonhoffer)

Das Leben steckt voller Herausforderungen. Und es gibt Menschen, die aus jeder Notlage gestärkt hervorgehen. Wie machen die das? – Das Geheimnis heißt „Resilienz“ oder „Widerstandskraft“. Mit allem, was wir als Christliche Gemeindereitschule tun, wollen wir Menschen in diesem Sinne stark machen fürs Leben.

1. Die Situation von Kindern heute:
Einerseits das Ende der behüteten Kindheit …

Kindheit heute ist eine andere Kindheit als vor dreißig Jahren. Rund 20% der Kinder und Jugendlichen weisen heute psychische Auffälligkeiten auf. Tendenz steigend. Was ist passiert? Das Ideal einer bürgerlichen Kleinfamilie hatte nicht immer die Kraft klassischer Großfamilien mit mehreren Generationen unter einem Dach, sie hatte aber doch das Ideal, das Wohl der Kinder an die erste Stelle zu setzen, für sie da zu sein, für Stabilität zu sorgen und den dazu nötigen äußeren Rahmen zu gestalten. Ehescheidungen waren die Ausnahme oder wurden auf den Tag verschoben, „wenn die Kinder aus dem Haus sind“. Förderangebote für die Kinder wuchsen stetig, und was mit Sport- und Musikverein begann endete mit „Mozart für Ungeborene“ und Yoga für werdende Mütter. Doch diese Zeiten sind für die Mehrzahl der Kinder vorbei.

 

Aus ganz unterschiedlichen Gründen gelingt es vielen Eltern nicht mehr, ihren Kindern der zuverlässige Partner zu sein, den diese bräuchten.

 

„Als Grundlage für psychisches Wohlbefinden und eine unbelastete Entwicklung ist eine sichere Bindung zu der Mutter oder den wichtigsten Bezugspersonen ausschlaggebend. Die Forschung über Schutzfaktoren (Resilienzforschung) hat gezeigt, dass insbesondere positive frühe Bindungserfahrungen dafür sorgen, spätere Belastungen und Herausforderungen besser bewältigen zu können.“ (http://www.achtung-kinderseele.org)

 

2. andererseits: überbehütet und weniger lebensfähig

Es gibt natürlich auch noch eine ganz andere Perspektive. Stichwort „Helikoptereltern“. Das sind Eltern, die ihren Kindern ein Maß an Aufmerksamkeit schenken, das auch schon wieder kontraproduktiv ist. „Ob ein Kind vernachlässigt oder überbehütet wird, beides kann zu erheblichen Entwicklungsstörungen und einer Menge an Schwierigkeiten im erwachsenen Alter führen. … Die Lösung für die Problematik besteht in mehr Freiheit & viel weniger Regeln. Unsere Sprösslinge müssen lernen selbständig zu werden und eine Resilienz, eine Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Das können sie aber nur dann, wenn ihre Eltern sie fallen lassen und sie sich von alleine wieder aufrappeln müssen. Kinder brauchen Widerstände, sie dürfen nicht alles bekommen was sie wollen, sondern müssen selber etwas dafür tun. Wenn ein Kind etwas haben möchte, dann darf man es ihm nicht einfach geben, sondern es muss es sich selbst erarbeiten. Natürlich erst ab einem angemessenen Alter, aber lieber zu früh als zu spät. Sie müssen lernen, dass ihre Eltern nicht immer für sie da sein können und nur sie selbst für sich verantwortlich sind. Insgesamt sollten Kinder möglichst früh möglichst viele Entscheidungen selbst treffen.“ (http://www.praxis-jugendarbeit.de)

 

Als wesentliche Faktoren für die Entwicklung von seelischer Widerstandsfähigkeit haben sich so insgesamt herausgestellt: stabile Beziehungen (in der Regel zu Eltern und Großeltern), die Übernahme von Verantwortung (in der Regel für sich selbst, jüngere Geschwister oder in einer stabilen Gruppe) sowie eine feste Gruppe, in der Werte und Sinn geteilt werden: „Was wir in der Kirche finden, ist eine Gruppe von Leuten, die Werte teilen und denen es auf den Erfolg des Kindes ankommt“. (Glen Elder) Inzwischen gibt es auch Hinweise, dass der Inhalt dieser Werte und dieses Sinns entscheidenden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben.

3. Wie sind Menschen, die "resilient", also seelisch widerstandsfähig sind?

Die Resilienzforscherin Birgit Wolter benennt 7 Säulen: Akzeptanz, Optimismus, Lösungsorientierung, Opferrolle verlassen, Verantwortung übernehmen, Netzwerk-Orientierung und Zukunftsplanung (in: Birgit Wolter: „Resilienzforschung“).

 

Für uns heißt das: Wer widerstandsfähig ist gegen die Widrigkeiten des Lebens kann jegliche Lebenssituation akzeptieren, hat eine optimistische Lebenseinstellung, die nicht zuerst Hindernisse, sondern Lösungen sucht und findet. In Situationen ohne Handlungsspielraum findet sie ihre Handlungsoptionen und übernimmt für sich und andere Verantwortung. Gemeinsam geht dabei vor einsam und der Blick nach vorne ist immer wichtiger als der Blick zurück.

 

„Einige Gruppen von Menschen erweisen sich als besonders resilient. Das sind in der Regel solche, die einen starken Zusammenhalt haben, eher kollektivistisch als individuell orientiert sind und sich durch starke Werte auszeichnen, die von den meisten Leuten aus der entsprechenden Gruppe geteilt werden (in der Resilienzforschung als „shared values“ bezeichnet).“ (Wikipedia)

 

Elias D. Stangl findet in seinen Arbeiten Hinweise, dass Glauben als Prozess, d.h. als gelebte Beziehung zu Gott selbst ein erhebliches Resilienz-Reservoir darstellt. Er resümiert: „Glauben hat das Potential als „eine humanisierende Lebenskraft“ zu wirken. Glauben hilft Menschen ihre Krisen zu bewältigen und damit einhergehend Prozesse des Gedeihens aktivieren zu können. Diese Erkenntnis sollte für Verantwortliche in der Pastoral zur Konsequenz haben, dass die Förderung einer Entwicklung des Glaubens, für die neben der Vermittlung von Glaubensinhalten vor allem die Einführung und (geistliche) Begleitung in Glaubenshaltung zentral ist, einen prominenten Stellenwert erhält. So könnten Investitionen in eine Kultur der Vertrauensbildung, die die wichtigste Grundlage des Glaubens darstellt, zu einem fruchtbringenden Baustein einer Kirche werden, die Seelsorge auch als Lebenshilfe versteht und somit indirekt einen Beitrag zur Förderung der Resilienz leistet.“ (Stangl, Resilienz durch Glauben?, Ostfildern 2017, S. 271)

 

Für uns kommt also zu den obenstehenden Faktoren ein weiterer hinzu: Wer widerstandsfähig ist, hat eine innere Kraftquelle, die außerhalb seiner selbst liegt und der er vertraut. Welchem Gott will ich mich an-vertrauen? Für uns ist das der Gott der Liebe, der Vater Jesu Christi.

4. Elemente der Arbeit der Christlichen Gemeindereitschule – und was sie zur seelischen Widerstandskraft beitragen

Verschiedene Arbeitsbereiche der Christlichen Gemeindereitschule setzen unterschiedliche Schwerpunkte, was die unterschiedlichen Faktoren zur Förderung seelischer Widerstandsfähigkeit angeht.

 

Das Erleben stabiler Beziehungen, die Übernahme von Verantwortung, eine Gruppe, die Sinn und Werte miteinander teilt und das Einüben einer persönlichen Vertrauens-Beziehung zu Gott als dem Vater Jesu Christi.  – So wurde oben beschrieben, dass persönliche Widerstandsfähigkeit wächst.

 

In manchen familiären oder schulischen Umbrüchen haben Ponybande-Kinder, Teilnehmer am Teenkreis oder Ü30-Teilnehmer ihre Gruppe als tragfähige Gemeinschaft erfahren. Ihre Gruppe hat ihnen für einen Lebensabschnitt Geborgenheit und Heimat geboten. Kennzeichnend für diese Gemeinschaft ist ihre positive, menschenzugewandte Atmosphäre, in der die Teilnehmer gefördert werden und selbst Verantwortung mittragen.

 

Wer eine Jungschar leiten kann,
kann auch ein Ministerium führen.“
(Rolf Lehmann, ehem. Wirtschaftsbürgermeister von Stuttgart und Amtschef des Sozialministeriums)

Die Fürsorge für die Tiere, die Erfahrung, dass ein Pferd dich trägt und du zugleich Verantwortung für das hast, was dieses Pony unter dir tut. – Das ist ein erster Schritt, dich selbst als Subjekt der Weltgestaltung zu sehen. Du lernst, ein Pferd zu führen. Du lernst, eine Ponybande-Gruppe anzuleiten. Und vielleicht wirst du irgendwann auch ein Ministerium führen.

 

Auf ganz unterschiedlichen Wegen lernen Teilnehmer, sich einen Wertekanon zu erarbeiten, der das Miteinander jeder Gemeinschaft trägt: Gegenseitiges Vertrauen in Anteilnahme und Fürsorge, Ehrlichkeit, Klarheit, Fairness, usw. – Denn nur, wenn die Regeln des Miteinanders klar sind, kann dieses Miteinander auch gelingen. Zu diesem Wertekanon gehört in besonderer Weise die Wahrnehmung und der Schutz der Welt um uns, der Tiere und der Pflanzen. Es geht um mehr als um intakte Ökosysteme und Erhaltung von Ressourcen: Es geht um das Erlernen eines verantwortungsvollen Miteinanders von Mensch und Natur als Schöpfung.

 

Allen Teilnehmern helfen wir dabei, eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott aufzubauen. Das geschieht in jedem Angebot auf unterschiedliche Weise. Im Ponyclub machen kurze und unterhaltsame Theaterstücke diese Beziehung anschaulich. Bei den Abenteuer-Zeltlagern erleben sich die Teilnehmer selbst als Teil der Beziehungsgeschichte zwischen Gott und den Menschen. In der Ponybande, dem Teenkreis und beim Ü30-Reiten üben die Teilnehmer die Beziehung zu Gott ein und lernen, sie achtsam zu pflegen.

 

Auf diese Weise leisten die Ponys, die Kindergruppe und die Mitarbeiter einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung auch Ihres Kinds. Wenn Sie sich hierzu austauschen wollen oder Fragen haben, freuen wir uns über Ihr Mail. – Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Ihnen.

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